Blumen.

auf der Dunalbyn Farm, Südaustralien

Das wirklich Besondere an der Dunalbyn Farm sind sicherlich die Blumen, die sie anpflanzen.

In ganz Australien sind sie die Einzigen, die Gladiolen (gladiolus), Hyazinthen (hyacinthus) und Amaryllis (hippeastrum) zur Zwiebelvergrößerung anbauen. Es gibt durchaus einige Farmen, die die Gladis und Hippys (wie wir sie hier nennen) anbauen, diese dann aber als Blumen schneiden und verkaufen.

In der Umgebung Melbournes gab es früher mehrere Farmen, die Gladis angebaut haben und die Blumen oder  Zwiebeln in der Stadt verkauft haben. Aufgrund der gestiegenen Landpreise um die Stadt herum sind sie alle gewichen.

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Gekauft werden die Blumenzwiebeln aus Holland.
Dort wachsen die Zwiebeln in Gewächshäusern heran und sind so geschützt vor Wetter und Umwelteinflüssen. Es ist also eine große Herausforderung für die Dunalbyn Farm, Gladis den Naturgesetzen und Umwelteinflüssen ausgesetzt anzubauen.

Keiner kann konkrete Informationen geben, welche gängigen Pflanzenschutzmittel hinsichtlich Insekten und Unkräutern verträglich sind.
Durch jahrelanges Ausprobieren verschiedener Mittel und Methoden können sie sich dennoch erfolgreich behaupten.
Die meisten üblichen Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel) sind nicht für den Einsatz geeignet. Sie verfärben die Blätter der Pflanzen, was die Photosynthese beeinträchtigt, die wiederum essentiell für das Wachstum der Zwiebeln ist.

Um dem Unkrautdruck dennoch entgegen zu wirken, ist Handarbeit gefragt. Viel Handarbeit.
Wer einen eigenen Garten hat, weiß ganz genau, dass das Thema Unkraut eine „never ending story“ ist.

Es gibt Jahre, da ist das Unkraut frohwüchsiger als in anderen Jahren.
Meistens reicht es, wenn ein bis zwei Personen immer mal wieder durch die Reihen gehen und Unkraut zupfen. Sollte das Unkraut überhand nehmen, kommen mehrere helfende Hände aus der Umgebung / Backpacker zum Zupfen und Hacken.

Das ist eine wirklich kostspielige Angelegenheit und ein enormer Zeitaufwand, aber es geht nicht anders.

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Die Gladis sowie die Hyazinthen werden als Zwiebel gekauft (5ct/St.) und auf etwa 2 Hektar angepflanzt. Diese werden bewässert, gedüngt und nach 5-6 Monaten sind die Zwiebeln so groß, dass sie gerodet werden können. Das Blumenzwiebeln Roden ist vom Prinzip her vergleichbar mit dem Roden von Kartoffeln.

Verkauft werden die Gladis (je nach Größe 20-25ct/Stück) an Farmer, die sie dann anbauen und als Schnittblumen verkaufen, oder sie verpacken die Zwiebeln in handelsübliche Netze und verkaufen sie an Gärtnereien weiter.
Diese Netze stehen dann für Hobbygärtner in ganz Australien zur Verfügung.

Auf den ersten Blick sieht der Umsatz von 15-20ct/Stück vielversprechend aus.
Allerdings muss von dem Geld die Bewässerung (aus Grundwasser), Dünger und Spritzmittel sowie Lohn- und Maschinenkosten bezahlt werden. Im Endeffekt bleibt nicht viel für den Landwirt übrig.

Ein bisschen anders läuft es bei den Hippys ab.

Die Zwiebeln sind viel größer als die der Gladis, und sie müssen nicht gekauft werden – sie werden im Auftrag angebaut.
Somit bestimmt der Auftraggeber, wie viele Zwiebeln geliefert und gepflanzt werden sollen. Dieses Jahr waren es so viele wie noch nie: ganze 65.000 Stück sollten in die Erde.
Per Hand.
Das ist wirklich harte Arbeit.
Damit aber nicht genug körperliche Arbeit; mit dem Unkraut verhält es sich wie bei den Gladis, hier muss auf knapp 1 Hektar auch regelmäßig gezupft werden.

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Nachdem die Zwiebeln 6 Monate lang gewachsen sind, werden sie gerodet und an den Lieferanten nach Melbourne zurück gesendet.
Dieser verkauft sie anschließend an Gärtnereien in ganz Australien.

Der Hobbygärtner zahlt im Laden je nach Sorte $15 bis $45 pro Zwiebel.
Für das Anpflanzen bekommt der Landwirt vom Auftraggeber pro Zwiebel $8 – egal welche Sorte.

[Stand der Preise: Jan 2017]

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Auch wenn die Arbeit körperlich sehr anstrengend ist, ist ein Arbeitsplatz in mitten eines Blumenmeeres doch irgendwie sehr schön.
Und braun wird man dabei auch noch. 😉

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