mechanische Unkrautregulierung.

Eine für mich neue und durchaus interessante Methode, die ich auf der Dunalbyn Farm kennen gelernt habe, ist das ‚chaff cart‘ (Kaff-Wagen).

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In diesem ‚chaff cart‘, welches größtenteils Eigenbau ist, wird das Kaff mit dem Ausfallgetreide und anderen Samen aufgefangen.
Während das gehäckselte Stroh darüber hinweg fliegt, läuft das Kaff auf einem Förderband unterhalb eines Aluminium-Daches in das ‚chaff cart‘.

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Alle paar hundert Meter wird der Wagen hydraulisch geleert und das Kaff in Haufen in einer horizontalen Linie auf dem Acker abgelegt.

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Mit dem Grubber werden lediglich die Haufen geebnet, der Acker bleibt unbearbeitet.
Nachdem die Unkrautsamen und das Ausfallgetreide aufgelaufen sind, kommen die Schafe auf die Koppel, um das Grünzeug sowie die verbliebenen Körner zu fressen und ersparen auf diese Weise eine chemische Maßnahme, das Unkraut zu bekämpfen, damit die Feuchtigkeit im Boden erhalten bleibt.
Die Stoppeln verhindern Bodenerosionen durch Wind, welches eine wichtige Maßnahme auf den ältesten Böden der Welt ist, damit die dünne fruchtbare Erdschicht erhalten bleibt.

Weil die Schafe nicht zu 100% alle Körner und Samen fressen, laufen die übrig gebliebenen im darauf folgenden Jahr in der neuen Kultur auf.
Da die ehemaligen Kaff-Haufen alle in einer Linie lagen, kann, wenn der Unkrautdruck zu hoch ist, im neuen Bestand in dieser Linie eine chemische Maßnahme gefahren werden. Eine andere Möglichkeit, die Andrew praktiziert, ist, diese Bereiche zu mähen und zu Heu pressen zu lassen, welches wiederum als Futter für die Schafe dient. Beim Mähen ist es wichtig, dass die Körner des Getreides noch nicht gefüllt sind.
Es sollte kurz vor bis kurz nach der Blüte gemäht werden (EC 59-69).

Der Hauptgrund für den ‚chaff cart‘-Einsatz ist, dass die Australier mit dem ‚Rye Grass‘ (dt. Weidelgras) in etwa die gleichen Probleme wie wir Deutschen mit dem Ackerfuchsschwanz haben.
Das ‚Rye Grass‘ weist teilweise Glyphosat-Resistenz auf und bildet allgemein schnell Resistenzen gegenüber Herbiziden, wenn die aufeinander folgenden Maßnahmen immer am gleichen Wirkort greifen.
Ein breites Spektrum an Wirkorten und mechanischer Methoden sind hier gefragt.

Der Druck von ‚Rye Grass‘ in Süd-Australien ist noch längst nicht so hoch wie der in West Australien.
Andrew ist dennoch der Überzeugung,  diesem Problem besser frühzeitig entgegen zu wirken, bevor es zu spät ist. Er kann nach mittlerweile 5 Jahren ‚chaff cart‘-Einsatz einen deutlichen Rückgang dieses Unkrautes verzeichnen und wird weiterhin auf diese Weise agieren.
Er sagt selbst, er sei einer der wenigen Farmer in Süd-Australien, die solch einen chaff cart nutzen. Neben ihm tun dies vielleicht 5 weitere Kollegen.
In West-Australien ist der ‚chaff cart‘-Einsatz weit verbreitet. Dort ist das Problem mit dem ‚Rye Grass‘ allerdings auch akuter.

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