Ackerbau.

auf der Dunalbyn Farm, Südaustralien

Der Familien Betrieb bewirtschaftet 1400 Hektar, welches für australische Verhältnisse keine riesige Farm ist.
1 Hektar sind 100 x 100 Meter.
Sprich, 1400 Hektar sind anders ausgedrückt 14.000.000 m².

Hier werden Weizen, Raps, Gerste, Hafer, Ackerbohnen und Wicken angebaut, wobei Raps und Weizen den größten Anteil ausmachen.

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Wicken auf dem Acker

Der Boden ist überwiegend sandig und eher arm an Nährstoffen, daher fallen die Erträge deutlich geringer aus als in Deutschland. Natürlich spielt das Wetter und die Düngung ebenso eine große Rolle.

Nachfolgend findest Du eine Aufstellung der durchschnittlichen Erträge der Kulturen der Dunalbyn Farm gegenüber dem Durchschnitt aus Deutschland (Schleswig-Holstein).

Erträge3
Verzicht auf Bodenbearbeitung

Nachhaltigkeit durch Direktsaat

Andrew hat sich dafür entschieden, komplett auf die Bodenbearbeitung zu verzichten.

Unser Boden ist der älteste der Welt. Bei jedem Eingriff in den Boden entsteht viel Staub, durch den wir wertvolle Nährstoffe verlieren und das Ökosystem Boden durcheinander bringen.
Wir müssen nachhaltig und verantwortungsvoll mit dem umgehen, was unseren Ertrag sichert.

Andrew Ridgway

Ohne den Boden vorher durchzumischen, drillt (sät) Andrew die neuen Kulturen. Diese Vorgehensweise nennt sich Direktsaat.
Die Drillmaschine auf der Farm kann das Saatgut gleichzeitig mit dem notwendigen Dünger in den Boden bringen.
Dies spart eine Überfahrt und durch den Dünger haben die Körner quasi einen Powerstart, bei dem sie optimal mit den wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphat versorgt werden.

  • Stickstoff = „Motor des Wachstums“; wichtig für die Bildung von Aminosäuren und Eiweißen → Photosynthese
  • Phosphor = „Bauelement der Zellmembran“; wichtig für die Steuerung der Zellfunktion, erhöht Frost- und Krankheitsresistenz, fördert Wurzelwachstum
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Eine Drillmaschine mit gezogenem Saatgut- und Düngebehälter. Die Arbeitsbreite beträgt 12m.

Im Boden sind diese Nährstoffe natürlich auch zu finden, allerdings sind sie nicht ausreichend oder nicht pflanzenverfügbar.
So muss der Landwirt organisch (Gülle, Mist) oder chemisch (Kunstdünger) nachhelfen.

Da auf der Dunalbyn Farm die Schafe das ganze Jahr über draußen sind, fällt kein Mist an, welcher auf den Flächen verteilt werden könnte. So muss Andrew und seine Familie auf chemischen Dünger zurück greifen.

Klimatische Bedingungen

In Australien wird im Herbst gedrillt (April, Mai), über Winter wir noch mal Dünger gestreut und Pflanzenschutz betrieben. Im Frühling / Sommer, sprich November bis Dezember wird dann geerntet.

Über den Sommer können die Kulturen nicht wachsen, da es in den Monaten von Dezember bis April wenig bis fast gar nicht regnet und die Temperaturen bis über 40°C ansteigen. Eine Bewässerung wäre viel zu teuer und zu aufwendig für diesen Standort.

Die Wintermonate sind eher verregnet und die Temperaturen liegen um die 10°C. Frost kommt sehr selten vor. Durch Klimaveränderungen allerdings wird es im Winter nun auch kälter. Sollte es in der Blütezeit frieren, können sich keine Kornanlagen ausbilden und die Ähren bleiben zur Ernte leer.

Im Durchschnitt regnet es in dieser Region 450mm / Jahr. Der größte Teil davon fällt im Winter. Vergangenes Jahr (2016) war sehr nass und insgesamt sind 575 mm gefallen. Dementsprechend ist die Ernte äußerst gut ausgefallen und es wurde so viel geerntet wie nie zuvor!

Das hat wiederum den Preis beeinflusst, der relativ niedrig war. Für eine Tonne Brot-Weizen mit 10 – 12% Protein lag der Preis Ende 2016 bei $200 (135€).

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Der Hartweizen hat im Winter während der Blüte teilweise Frost abbekommen. Betroffene Pflanzen hatten kaum Körner in den Ähren.

Die Fruchtfolge

Die Fruchtfolge (Abfolge von Angebauten Kulturen auf einer Fläche) ist auf der Dunalbyn Farm weit auseinander gezogen.

Jede Kultur hat verschiedene Ansprüche an den Boden und benötigt eine unterschiedliche Menge an Nährstoffen. So können Pflanzen von Vorfrüchten profitieren.

Man könnte sie vielleicht mit Menschen vergleichen.

Menschen kommen nicht mit jedem zurecht. Manche Personen machen Dich fröhlich und lassen Dich vor Energie sprühen. Andere wiederum ziehen dich runter und machen Dich kraftlos.

So versteht sich Weizen nach Raps prächtig, Gerste nach Raps jedoch nicht so sehr.

Jede Pflanze hat bestimmte Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen.

Andrews Fruchtfolge:

Raps – Weizen – Ackerbohnen – Weizen                                   auf den guten, fruchtbareren Flächen

Raps – Hafer – Weizen – Ackerbohnen / Gerste – Wicken      auf den sandigen Flächen

Natürlich variiert die Fruchtfolge je nach Wetterkonditionen und weiteren Faktoren, aber dies ist die Reihenfolge, an dem er sich orientiert und die für seinen Betrieb funktioniert.

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Highlight Ernte

Die Ernte Ende des Jahres ist dann die aufregendste Zeit – für alle Bauern.

Endlich wird die Mühe, die Geduld und der Aufwand der letzten Monate belohnt.
All die großen Maschinen werden entstaubt und kommen endlich wieder in den Einsatz.

Die Tage sind voller Action. Gearbeitet wird so lange, wie es die Feuchtigkeit nachts zulässt, welches durchaus bis tief in die Nacht möglich ist. Das Essen wird auf’s Feld gebracht, die Luft riecht herrlich frisch und doch verstaubt nach Stroh. Die Sonnenuntergänge sind einfach grandios.

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Es ist wirklich die schönste Zeit im Jahr. Einfach perfekt.

Alle arbeiten Hand in Hand. Das ist es irgendwie, was Landwirtschaft ausmacht – der gemeinsame Erfolg.

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