Bewässerung.

Riversdale Farm, Victoria, Australien

Bereits 1920 hat die Regierung begonnen riesige Kanalsysteme zu bauen, um das Flusswasser im Land zu verteilen und für die Bewässerung nutzen zu können. Der Murray River ist der längste Fluss Australiens und in diesem Falle die Lebensader der Region.

Im Jahr regnet es hier durchschnittlich 500 mm. Durch die Bewässerungsmöglichkeit besteht eine effektivere Bewirtschaftung und eine gewisse Unabhängigkeit vom Niederschlag.

Das Grünland würde ohne Bewässerung im trockenen Sommer eingehen und es gäbe keine Weideflächen für die Kühe.

Auch das Getreide kann zum richtigen Zeitpunkt mit ausreichend Wasser versorgt werden, sodass die Bewässerung eine Art Versicherung für eine (gute) Ernte ist.

Bewässerungsarten

Wie genau bekommt man nun das Wasser auf die Fläche? Hier gibt es drei verschiedene, gängige Varianten. Wir beginnen mit der einfachsten und ältesten Variante.

Die Flutbewässerung

Auch wenn es hier fast so platt ist wie in Dithmarschen ist, muss trotzdem nachgeholfen werden. Der Acker muss ein leichtes Gefälle haben, damit sich keine Teiche bilden und sich das Wasser gleichmäßig verteilen kann.

Wie sowas funktioniert? Man nehme eine Schubkarre und viele Backpacker..

Nein Spaß, die manuellen Zeiten sind vorbei. Zu Beginn allerdings wurde die Erde wirklich per Hand und Augenmaß verschifftet.

Heut zu Tage gibt es eine technische Erleichterung, die sich ‚Laser Bucket‘ nennt. Gezogen von einem Trecker kann eine große Menge „Dreck“ bewegt werden und wie der Name schon sagt, wird der Boden per Laser ausgelevelt und alles schön gerade bzw. leicht abschüssig bearbeitet.

Das alles dauert eine ganze Zeit. Die Wege für das Wasser müssen ja auch gegraben werden und am Ende der Fläche befindet sich ein weiterer, kleinerer Kanal um das überschüssige Wasser abzuleiten bzw aufzufangen und erneut zu nutzen.

Für die Flutbewässerung wird nun Wasser in einen Kanal geleitet und Shots werden nach einander zum Feld hin geöffnet.  Die zu bewässernde Fläche ist durch kleine Erdwälle in kleinere Abschnitte (Buchten) unterteilt, um eine gleichmäßig Bewässerung zu erzielen.

Die alten Shots müssen noch per Hand geöffnet werden. Es dauert 2 Stunden bis eine Bucht bewässert ist, dann muss der Farmer zum Feld fahren, das Shot schließen und das Nächste öffnen. So kann das die ganze Nacht hindurch gehen.

Die neuen Shots können elektronisch gesteuert und programmiert werden. Eine große Erleichterung, allerdings fehlt dabei die menschliche Kontrolle ob das Wasser dahin fließt wo es hin soll.

Eine Überflutung entspricht 75 – 100 mm Niederschlag, kann allerdings nicht mehr durchgeführt werden, wenn das Getreide / der Raps bereits Ähren bzw. Schoten hat. Durch die Kraft des Wassers würden die Halme umknicken.

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Der jetzt trockene Kanal wird geflutet und das Shot geöffnet, damit das Wasser auf das Feld fließen kann.

Die Kreisberegnung

Hier ist es nicht nötig eine ebene Fläche zu haben. Allerdings benötigt man eine Pumpe um das Wasser in die Leitungen zu pumpen und somit Diesel.

Auch ist diese Variante mit der Wassermenge besser steuerbar. Durch Regelung der Pumpenleistung kann mehr oder weniger Wasser auf der Flache ausgebracht werden. Es ist wie Regen, der außerdem sanfter zu den Pflanzen ist als die Überflutung.

Ein Durchlauf dieser Kreisberegung entspricht 15 – 20 mm Niederschlag.

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Die Breitenberegnung

Das Prinzip mit dieser Beregnung ist das gleiche der Kreisberegnung, nur dass sich diese nicht im Kreis dreht. Die 900m lange Beregnung fährt vom einen Ende zum anderen Ende des Feldes. In der Mitte befindet sich ein Kanal aus dem das GPS gesteuerte Gespann Wasser saugt.

Sowas nennt sich mal moderne Landwirtschaft.

Der Vorteil hierbei ist auf jeden Fall, dass es keine unbewässerten Bereiche gibt, welche entstehen würden wenn, man mehrere Kreisberegnungen auf dem Feld installieren würde. Allerdings darf kein Baum, keine Stromleitung oder sonstiges im Wege stehen.

Diese Art ist sehr teuer, aber effizient.

Ein Durchlauf der Breitenberegnung entspricht 25 mm Niederschlag.

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Wasserlogistik

Um 1 Hektar zu bewässern werden 0,5 – 1 Megaliter Wasser benötigt.

Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, muss das Wasser 4 Tage vor dem Beregnungstermin vorbestellt werden.

Je nach Wasserreserven schwankt der Preis und so kann der Megaliter Wasser zwischen $30 und $300 kosten. Dazu kommen noch weitere Gebühren für den Verband, die Regierung etc.

Früher wurden jedem Farmer pauschal drei oder vier Tage im Jahr Wasser zur Bewässerung angeboten. Das Datum war fest. Entweder man hat das Wasser genutzt oder nicht, sonst verfiel die Chance und es musste auf den nächsten Termin gewartet werden.  So ist es natürlich sehr schwer zum richtigen Zeitpunkt seine Flächen zu bewässern.

Da ist es heutzutage doch etwas flexibler.

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