Fische.

Flores, Ost-Nusa Tenggara, Indonesien

Indonesien ist ein Archipel und besteht aus insgesamt 17.508 Inseln. Bali ist sicherlich die Bekannteste von allen, demnach auch sehr touristisch.
Da ich von den Touris weg wollte, habe ich mich in den Flieger gesetzt und bin eine Stunde später in Labuan Bajo, Flores, ziemlich weit im Osten Indonesiens, gelandet.

Untergekommen bin ich bei Eddy. Eddy ist ein überdurchschnittlich großer Indonesier mit einem noch viel größerem Herz.

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Keine 20 m von seinem Haus steht man bereits im Meer.

Wer noch mehr über ihn erfahren möchte, der kann das hier tun, denn er verkörpert das Beispiel vom lokalen Tourismusmodell, welches mein Erdkundelehrer immer als “das ideale Modell” vorgestellt hat. Deswegen bekommt er einen eigenen Artikel, auch wenn er nicht direkt Landwirt ist.

Fischer basteln Köder aus Müll

Jedenfalls ist Eddy neben seinem Tourismusbetrieb Hobbyfischer und wohnt im Fischerviertel von Labuan Bajo. Er hat zwei kleine Boote und einen Tag hat er mich mit raus genommen zum Fischen. Für mich war es das erste Mal Fischen überhaupt und ich war echt gespannt, wie erfolgreich ich wohl sein werde.
Wir haben einen selbst gebastelten Köder benutzt, der aus Plastikmüll und einem Haken bestand. Die Fischer hier benutzen in der Regel nur selbst gebastelte Köder, da sie die günstigste Variante sind. Er hat mir einige gezeigt die der Nachbar gebastelt hat. Hut ab, der Mann hat’s drauf!
Unser Köder war ganz simpel und dennoch habe ich gleich nach 5 Minuten einen Barracuda am Haken gehabt. Wuhuu, ich war begeistert!
Beim zweiten Versuch muss der Fisch allerdings riesig gewesen sein, denn die Schnur ist gerissen und somit war Fisch und Köder weg. Schade.

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Ein erfolgreiches Erlebnis

Fischfarm im Paradies

Vorbei an kleinen Inseln und verlassenen Stränden sind wir zu einer Fisch Farm geschippert.
Versteckt in einer Bucht lag eine kleine Siedlung bestehend aus zwei Häusern und einigen Aufzuchtsbecken für Tigerbarsche.

Als Eier werden die Fische bis sie 12 Monate alt sind in diesen Becken herangezogen. Frisches Seewasser sowie Futter in Pelletform dienen als Grundlage.

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Die Becken der Fischzucht
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6 Monate alte Tigerbarsche in einem der Becken.

Nach dem 12. Monat werden sie in den Außenbereich verlagert. Nun schwimmen sie an diesem Ponton im Meer durch Netze abgetrennte Bereiche bis sie 18 Monate alt und 1 kg schwer sind.
Anschließend werden sie verkauft und der Farmer erhält 150.000 Indonesische Rupiah (ca. 10 €) pro Kilogramm.

Neben der Zucht fahren diese Fischer auch mit Booten raus und fischen mit Netzen.

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Auf dieser schwimmenden Plattform verbringen die Tigerbarsche die letzten 6 Monate ihres Lebens.

Schäden durch unsachgemäßes Fischen

In Indonesien kann jeder Fischer werden. Es wird keine Lizenz verlangt und eine Fangquote gibt es auch nicht. So lange das Fischen im legalen Bereich geschieht ist quasi alles erlaubt.
Früher war das Dynamitfischen beliebt, da es eine ziemlich einfache Variante war an Fische zu kommen. Allerdings wurden dadurch die Korallen massiv zerstört und der Fischbestand ging deutlich zurück.
Auch wurden Schleppnetze verwendet. Netze die über den Boden gezogen werden um Fische einzufangen. Dies hat den Korallen ebenfalls ordentlich zugesetzt.

Projekte

Eddy denkt nachhaltiger und ist rücksichtsvoller zur Umwelt als der durchschnittliche Fischer hier.
Er hat ein Projekt gestartet, in dem er Korallen pflanzt um die entstandenen Krater vom Dynamitfischen wieder zum Leben zu erwecken.
Es ist ein langwieriger Prozess, wie er mir berichtet, aber er kann bereits Erfolge sehen. Seiner Meinung nach leben in dem Gebiet in dem er pflanzt mehr Fische als noch vor 5 Jahren.

Auch bezieht er die anderen Fischer mit in sein Projekt ein. Er klärt auf, dass es dumm ist Müll ins Meer zu werfen. Ja, so banal wie es für uns klingen mag, es ist schrecklich wie viel Müll im Meer schwimmt und wie wenig es die meisten Menschen hier interessiert. Er sagt, dadurch dass er einer von ihnen ist und aus deren Position berichten kann, begreifen seine Berufskollegen, dass sie zukunftsgerichtet denken müssen. Eddy macht ihnen auch begreiflich, dass wenn sie jetzt Unmengen an Fisch aus dem Wasser hohlen, es in Zukunft nicht mehr so viel zu Fischen gibt und ihre Existenz gefährdet sein wird.

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Die Schwimmnetze werden zum Trocknen aufgehängt.

Für uns sind es logische Zusammenhänge denen wir uns bewusst sind. In Indonesien muss jedoch noch verdammt viel Aufklärung geschehen, wie sich das menschliche Verhalten auf die Umwelt ausübt.

Eddy ist auf dem richtigen Weg. Schritt für Schritt.
Ich bewundere ihn um seine Ausdauer und seine Motivation.

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