Reisfarmer, Bali

Name: Wayun

Ort: Jatiluwih, Bali, Indonesien

  • geduldig
  • sympathisch
  • intelligent

„Es macht mich stolz ein Teil dessen zu sein, der die Welt ernährt.“

Wayun ist auf der elterlichen Reisfarm aufgewachsen und musste bereits als kleiner Junge mit anfassen, denn zur Aussaat und Ernte wurde jede Hand benötigt.

Doch die Farm übernehmen? Wayun hatte andere Pläne. Nach der Schule ist er nach Denpasar, der Hauptstadt Balis gezogen. Er hatte schließlich miterlebt wie hart die Arbeit auf dem Feld ist und wie gering der Verdienst. Er wollte Karriere in der Stadt machen, in einem Büro. Für weniger Arbeit mehr Geld verdienen, fand er attraktiv.

Wieso ich ihn in den Reisterrassen angetroffen habe?
Er ist zurück gekehrt. Nachdem er gut 10 Jahre in der Stadt gelebt hat, hat ihn dieses Leben nicht komplett erfüllt. Außerdem waren seine Eltern körperlich nicht mehr so fit, dass sie die ganze Arbeit auf den Feldern hätten bewerkstelligen können.
Er hat beschlossen die elterliche Farm doch zu übernehmen.

Auf meine Frage hin, warum er sich für das körperlich harte Leben entschieden hat, meinte er nur lachend, dass er keine Angst davor hat sich dreckig zu machen und sich gut fühlt, wenn er weiß, dass er etwas sinnvolles am Tag getan hat.
Seine Leichtigkeit hat mich beeindruckt.
Auch meinte er, neben den Spitzenzeiten von Aussaat und Ernte, gäbe es entspannte Zeiten. Entspannte Zeiten in denen er als Guide in den Reisterrassen arbeitet und Touristen über den Reisanbau erzählt.
Mehr darüber liest Du hier.

Parallelen zu Deutschland

Was ihn glücklich macht? Dass, wenn wirklich viel Arbeit ansteht, Familie, Nachbarn und Freunde an einem Strang ziehen und jeder hilft wo er kann. Diese Ansicht kann ich vollstens nachvollziehen, denn auch wenn die Ernte in Deutschland weitaus technisierter abläuft, sind der gemeinschaftliche Erfolg und die Momente die man mit einander teilt, einfach großartig.

Jedoch bereitet ihm die nächste Generation Sorgen. So wie er, wollen sie alle am liebsten in die Stadt. Der Tourismus wächst rasant und viele junge Menschen gehen in den Sektor Dienstleistung. Weniger harte Arbeit für mehr Geld.
Er sagte, es mangelt an Bildung und Aufklärung. Würden die Schulen einen wichtigeren Bezug zur Landwirtschaft lehren, die Arbeitsbedingungen leichter werden und das Einkommen stabiler, wäre dieser Beruf sicherlich attraktiver.

Ist das in Deutschland nicht ähnlich?!

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