CLAAS und FAO in Asien.

Bangkok, Thailand

“Wer nicht wagt, der nicht gewinnt”, dachte ich mir und so bin ich in Bangkok auf gut Glück zum Büro von CLAAS (CLAAS Regional Center South East Asia Ltd.) und zur Niederlassung von FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) Asia and Pacific gegangen.

CLAAS war meine erste Anlaufstelle. Eine kurze Vorstellung zu mir und meinem Anliegen und zack hatte ich den Besucherpass in der Hand. Genial.

Über den eigenen Schatten springen

Von Bangkok aus hat CLAAS die Hand über alle Händler und die regionalen Büros in Südostasien und Japan. 10 Personen arbeiten seit 2012 in der 18. Etage des Bangkok Business Centers in der Millionen Metropole. Unter ihnen auch zwei Deutsche, die sich für mich Zeit genommen und mir einen Einblick darüber gegeben haben, was CLAAS auf dieser Seite der Welt macht.

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Im 18. Stock befindet sich das Büro von CLAAS in Bangkok

Die meisten Farmen in Asien sind klein und die Arbeit ist nicht großartig mechanisiert. Die Zielgruppe von CLAAS besteht aus den mittleren und großen Farmen, eben solche, die einen Trecker sowie Mähdrescher einsetzen können.

Deutsche Qualität in Asien etablieren

Wie mir der CLAAS Regional Director Herr Bhakdi erklärte, bevorzugen die Farmer günstige Maschinen, denn Kredite sind teuer. Sie wollen die Maschinen möglichst schnell abbezahlen und da die Ernten in einem Jahr wetterbedingt durchaus sehr schlecht ausfallen können, wollen sie kein zu großes Risiko eingehen. Daher sind Maschinen von Kubota sehr beliebt, denn sie sind klein und günstig, sparen dafür aber an Qualität ein.

Das Ziel von CLAAS ist es, die Farmer zu überzeugen, dass sich die Investition in eine hochwertigere Maschine lohnt. „Die Mehrinvestition zahle sich durch ein besseres Arbeitsergebnis, Langlebigkeit bei der richtigen Pflege und den Service aus.“, so Bhakdi.

Alles etwas kleiner

Der CLAAS Crop Tiger ist die beliebteste Maschine im südostasiatischen Raum und wird in Indien bereits seit einigen Jahrzenten für die Reisernte zwei Mal im Jahr eingesetzt. Mit 2,1m Arbeitsbreite ist der Mähdrescher groß genug für die dortigen landwirtschaftlichen Strukturen.

In Ländern wie Indonesien, den Philippinen, Vietman, Kamodia, Myanmar und Birma geht die mechanisierung der Landwirtschaft stetig voran. In diese Länder werden hauptsächlich CLAAS Talos Traktoren geliefert; kleine Trecker mit bis zu 100 PS für den vielfältigen Einsatz auf dem Feld.

Der asiatische Markt wird seit 5 Jahren mehr und mehr erobert. Mit rund 30.000 Maschinen laufen in Thailand die meisten Maschinen von CLAAS. In den Nachbarländern wächst die Zahl stetig.

Service und Schulungen

Die Maschinen werden von CLAAS ausgeliefert und von den Händlern vor Ort mit einer Schulung an die Farmer übergeben. Auch wird nach einer gewissen Zeit nachgefragt, ob sie mit den Maschinen zufrieden sind oder ob sie Probleme haben.

Der Service steht bei CLAAS an oberster Stelle und so kann ein langjähriger Einsatz mit der richtigen Pflege und Wartung gewährleistet werden.

Neben den vielen kleinstrukturierten Farmen in Asien gibt es aber auch 1% riesige Farmen. In Vietnam entsteht zum Beispiel ein riesiger Milchviehbertieb auf dem später an mehreren Standorten 15.000 Kühe gemolken werden sollen. Das Grundfutter soll aus Kalifornien importiert werden, da das Gras und der Mais „von nebenan“ in der Produktion zu teuer und qualitativ zu schlecht wären. – Hättest Du sowas erwartet?! Ich nicht. Was man davon halten soll ist jedem selbst überlassen.

Was ich damit erzählen will ist, dass es durchaus große und moderne Betriebe in Asien gibt. Es ist längst nicht so hinterwäldlerisch wie man es sich möglicherweise vorstellt.

Entwicklungshilfeorganisation FAO

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FAO in Bangkok

Das zweite Büro in dem ich auf ein kurzes Interview war, war der Sitz der „Food and Agriculture Organization of the United Nations“ oder kurz FAO.

Die FAO ist eine weltweite Entwicklungshilfeorganisation, die die kleinen Farmer unterstützt. Es ist nicht einfach nur Geld, was die UN bereitstellt, es sind Projekte zur Verbesserung der Landwirtschaft sowie Bildungsprojekte für die ländlichen Regionen.

Zum Beispiel haben sie in Vietnam eine Frau aus einem Dorf im Umgang mit Medikamenten und der Impfung für Geflügel ausgebildet. Die Medikamente werden von der UN finanziert.

Die geschulte Tiermedizinerin kann dadurch den Farmern im Dorf helfen, die Gesundheit der Hühner aufrecht zu erhalten, da die Farmer einfach nicht wissen, was sie zu tun haben, wenn ein Huhn krank ist. Die Geflügelmast sowie die Legehennen sind im Dorf unglaublich wichtig und sichern die Existenz der dortigen Familien. Durch die Impfung und Hilfe durch Medikamente sind die Gewichtszunahmen und die Legeleistung deutlich gestiegen, der Verlust durch Sterbefälle wurde zugleich auf ein Minimum reduziert.

Ein regelmäßiges Treffen von Frauen findet statt, bei dem sie sich austauschen können und bei Problemen gemeinsam Lösungen finden. Ebenso produzieren sie eigenes Hühnerfutter, welches sie an umliegende Dörfer verkaufen. Einige weitere kleine Projekte sind ebenfalls entstanden, welche den Frauen und Familien ein weiteres Einkommen ermöglichen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Solche Projekte laufen weltweit, um die Produktivität und Effizienz der Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) zu fördern. Denn die kleinen Farmer sind es, die die Region ernähren und daher unglaublich wichtig sind.

Da Thailand bereits zu den Schwellenländern gehört, hat die FAO aktuell nicht viele Projekte in diesem Land laufen. Hier greifen dann quasi CLAAS und andere Landmaschinenhersteller ein, die den Farmen die Mechanisierung ermöglichen um die Produktivität und Effizienz weiter zu steigern.

Unter www.fao.org kannst Du noch viele weitere Informationen über die FAO bekommen und auch zu speziellen Ländern, falls Dich eins ganz besonders interessiert. Außerdem gibt es einige spannende Kurzfilme zu einzelnen Projekten. Guck sie dir ruhig mal an!

Nach diesen zwei spannenden Treffen ist mir noch einmal deutlich geworden, welch hohen Standard die Landwirtschaft in Deutschland hat und wie hoch unser Wissensstand ist. Ebenso ist mir aber auch nochmal klar geworden, welche riesigen Potentiale in Entwicklungs- und Schwellenländern schlummern!

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